Teil 8 Technische Analyse – Ausbrüche

Beste Broker fur Binare Optionen 2020:
  • Binarium
    Binarium

    Der beste Broker fur binare Optionen fur 2020!
    Ideal fur Anfanger!
    Kostenloser Unterricht!

  • FinMax
    FinMax

    2 Platz in der Rangliste! Zuverlassiger Broker.

TECHNISCHE ANALYSE AKTIEN 2020 – DURCH TECHNISCHE AKTIENANALYSE MEHR GELD VERDIENEN

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 02.04.2020

  • Order Inter­national: 0,00% Spread
  • Order­gebühr Inland: 0,00% Spread
  • Depot­gebühr: 0 €
  • Einlagen­sicherung: 20.000 €

Drei Lager stehen sich beim Thema Aktienanalyse und insbesondere technische Aktienanalyse gegenüber. Die Anhänger der Effizienzmarkthypothese glauben daran, dass alle aktuellen Informationen im Kurs eingepreist sind. Ihrer Meinung nach ist es egal, welche Aktien ein Anleger kauft. Am besten er greift zu einem Index-ETF, der sich genauso wie der Markt entwickelt. Unsinn, sagen die Anderen, man kann den Markt schlagen. Dabei setzt der eine Teil auf die fundamentale Analyse von Marktdaten, die zweite auf die Charts. Aber wie funktioniert die sogenannte Technische Analyse für Aktien?

Weiter zum Testsieger eToro: www.etoro.com/de Investitionen bergen das Risiko von Verlusten

Technische Analyse in Stichpunkten

  • Vor allem Analyse der Charts
  • Mehr als Kartenleserei
  • Verschiedene Figuren sind wichtig
  • Bereits einfache Analysen helfen

Was verrät uns dieser Chart?

So funktioniert die Technische Analyse

Wenn von Widerstandslinien und von Schulter-Kopf-Schulterformationen die Rede ist, dann hört sich das zunächst wie Kartenleserei oder ein Orakel an. Doch in den Kursen spiegelt sich die Erwartung der anderen Marktteilnehmer. Schafft es ein Kurs mehrmals nicht, eine bestimmte Linie zu überwinden, dann womöglich weil viele Anleger der Meinung sind, dass die Aktie nicht mehr wert ist.Oft werden die Begriffe Chartanalyse und Technische Analyse gleichgesetzt, streng genommen ist das aber nicht ganz richtig, denn zur Technischen Analyse gehören auch die sogenannten Technischen Indikatoren. Dabei wird ebenfalls der Kursverlauf analysiert, allerdings nicht in Form der tatsächlichen Kurse, sondern von berechneten Indikatoren.Chartanalyse und Technischen Indikatoren basieren aber beide ausschließlich auf Handelszahlen, also vor allem auf der Entwicklung der Kurse und der Menge an gehandelten Wertpapieren. Betriebs- und Volkswirtschaftliche Daten werden dagegen nicht betrachtet. Wenn im Zusammenhang mit der Technischen Analyse oft von Umsätzen die Rede ist, sind damit nicht die Umsätze des Unternehmens mit seinen Produkten gemeint, sondern der Wert der gehandelten Aktien.

Technische Aktienanalyse: Die Trendfolgestrategie

Eine einfache und doch oft erfolgreiche Methode um die weitere Entwicklung eines Wertes zu bestimmen ist eine Analyse des Trends. Weil der sich nicht sekündlich ändert, haben Anleger gute Chancen auf Gewinne, wenn sie zumindest kurzfristig dem Trend folgen. Allerdings sollten sie den Absprung nicht verpassen.Bei der Suche nach dem Trend helfen einige einfache Methoden über die technische Aktienanalyse. Mitunter lässt sich die Entwicklung schon auf einen Blick erkennen, außerdem bieten Analyseprogramme Hilfsmittel wie Trendlinien, mit denen sich die Entwicklung prognostizieren lässt.Gibt es, wie im obigen Beispiel, einen deutlichen Trend nach oben, sollten Anleger laut Trendfolgestrategie kaufen, geht der Trend nach unten verkaufen. Der große Vorteil dieser Strategie ist ihre Einfachheit. Schwieriger ist die Frage, wann Anleger wieder aussteigen sollten. Auch hier kann die Chartanalyse aber helfen.

Widerstands- und Unterstützungslinien

Ebenfalls einfach ist das Finden von Widerstands- und Unterstützungslinien. Das sind Kurse, bei denen eine Entwicklung sich regelmäßig umkehrt, bei einer Unterstützungslinie stoppt ein fallender Kurs, bei einer Widerstandslinie ein steigender. Somit wird hier eine Trendumkehrstrategie verfolgt. Nähert sich der Kurs beispielsweise dem Wert von 40,00 Eur0 und hat die Aktie es bereits mehrfach nicht geschafft, dieses Kursniveau zu überspringen, dann setzten Anleger darauf, dass auch diesmal bei etwa 40,00 Euro der Aufwärtstrend abbricht. Kurzfristig orientierte Anleger sollten jetzt aussteigen oder gar auf fallende Kurse setzen, beispielsweise mit CFDs oder Optionen.Warum die Entwicklung bei bestimmten Kursen umkehrt, kann verschiedene Gründe haben. Beispielsweise, dass viele Aktionäre bei einer Widerstandslinie den Kurs sehen, den die Aktie maximal Wert ist und ein großer Aktionär ab diesem Kurs verkauft. Allerdings kommt es auch vor, dass solche Linien durchbrochen werden. Dann wird im Regelfall ein längerer Trend eingeleitet. Wurde also eine Widerstandslinie unterbrochen, sollten Anleger kaufen, weil die Aktie dann vermutlich noch länger weitersteigt. Wird eine Unterstützungslinie durchbrochen, geht es meistens längere Zeit abwärts.

Schulter-Kopf-Schulter-Formation

Eine typische Konstellation, die eine Trendumkehr einläutet, ist die Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Der Name beschreibt eine Chartformation, bei der ein Kurs zunächst ansteigt, dann leicht zurück geht, ein weiteres Mal steigt und den ersten Wendepunkt sogar überschreitet, dann aber erneut zurückgeht und im dritten Anlauf den Höchstkurs nicht wieder erreicht. Das wird allgemein als Zeichen für eine Trendumkehr gedeutet, also einen beginnenden Abwärtstrend.Es gibt auch den spiegelbildlichen Fall, bei dem von drei Tiefstpunkten der mittlere der niedrigste ist. Diese umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation gilt als Signal für eine Aufwärtsbewegung. Natürlich gibt es auch in diesen beiden Fällen keine Garantie, dass sich der Kurs wirklich so entwickelt.

Die Schulter-Kopf-Schulter-Formation ist eine Chartformation, bei der ein Kurs zunächst ansteigt und nach einem kurzen Rückgang einen noch höheren Kurs erreicht, eher er erneut zurück geht. Der dritte Anstieg erreicht nicht mehr die Höhe des zweiten, ein Hinweis auf eine Trendwende.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnitte sind ein technischer Indikator. Dabei wird zu jedem Datum nicht der aktuelle Kurs angezeigt, sondern der Durchschnitt über einen bestimmten Zeitraum, beispielsweise die vergangenen fünf Tage.Auf dem gleitenden Durchschnitt basiert eine Reihe von Analysen. Beispielsweise gilt es als Kaufsignal, wenn der aktuelle Kurs über dem gleitenden Durchschnitt liegt, als Verkaufssignal, wenn er darunter liegt. Etwas komplizierter ist der MACD (Moving Average Convergence/Divergence), bei dem die Differenz zwischen zwei exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitten betrachtet wird.

Beste Broker fur Binare Optionen 2020:
  • Binarium
    Binarium

    Der beste Broker fur binare Optionen fur 2020!
    Ideal fur Anfanger!
    Kostenloser Unterricht!

  • FinMax
    FinMax

    2 Platz in der Rangliste! Zuverlassiger Broker.

Bewertung der Technischen Analyse

Ob man der Technischen Analyse oder eher fundamentalen Betrachtungen vertraut, ist ein Stück weit Geschmacksache. Allerdings eignen sich viele auf der Fundamentaldatenanalyse ruhende Strategien wie das Value Investing nicht oder nur eingeschränkt für kurzfristige Investitionen wie beim Daytrading, beim CFD-Handel. Umgekehrt richten viele Technische Analysen ihren Blick vor allem in die nähere Vergangenheit. Widerstands- und Unterstützungslinien sind beispielsweise keine Grundlage für eine auf mehrere Jahr angelegte Geldanlage.

Fazit zur Technischen Analyse bei Aktien

Die Technische Analyse bzw. technische Aktienanalyse hat den Vorteil, dass viele Verfahren schnell zu lernen sind. Für langfristige Geldanlagen über mehrere Jahre sind einige Verfahren aber nur bedingt geeignet. Grundsätzlich gilt, dass die technische Aktienanalyse auch zum Anleger passen muss.

Technische Analyse: Preismuster

Starten Sie jetzt, oder testen Sie unser gratis Demo-Konto

Technische Analyse: Preismuster

In diesem Abschnitt lernen Sie:

Wie man technische Muster im Chart erkennt

Die bekanntesten Umkehrmuster

Die bekanntesten Muster zur Trendfortsetzung

Technische Analysten suchen nach sich wiederholenden Preismustern, durch die man erkennen kann, ob sich ein Trend fortsetzt oder umkehrt. Diese Muster sind sehr wichtige Hilfsmittel in der technischen Analyse. Sie können dabei helfen, Wendepunkte am Markt zu erkennen und auch die Stärke einer Preisbewegung richtig einschätzen zu können.

Preismuster unterscheidet man in zwei Gruppen:

Muster zur Trendumkehr

Muster zur Trendfortsetzung

Man kann in jeder Zeiteinheit nach den Preisbewegungen in Abhängigkeit zur persönlichen Trading Strategie schauen. Zu beachten ist jedoch, dass Muster in einer größeren Zeiteinheit viel aussagekräftiger als in einer kleineren Zeiteinheit sind.

Die erste Gruppe in dieser Lektion sind die Muster zur Trendfortsetzung, die bestätigen, dass ein Markt sich weiter in der aktuellen Richtung bewegt. Man sollte die Positionen dennoch erst dann eröffnen, wenn sich das Muster vollständig gebildet hat und dabei ein wichtiges Level für das jeweilige Muster durchbrochen wurde.

Schauen wir uns als ersten Punkt die Dreiecke an, die durch zwei zusammenlaufende Trendlinien gebildet werden. Es gibt drei Arten von Dreiecken: ein symmetrisches Dreieck, ein aufsteigendes und ein absteigendes Dreieck. Die Formation des Dreiecks ist vollständig, wenn eine der beiden Trendlinien durch eine Preisbewegung durchbrochen wurde. Um die nachfolgende Preisbewegung einschätzen zu können, kann man den Abstand zwischen den beiden Trendlinien messen, der am Anfang der Dreiecksformation erkennbar ist. Diesen Abstand kann man dann dort anlegen, wo die Trendlinie durchbrochen wurde. Am Besten funktionieren die Dreiecke in sehr starken Trends.

Rechtecke sind weitere sehr effektive Muster zur Trendfortsetzung. Man kann Rechtecke sehr gut in einer Phase verwenden, in der der Trend pausiert und der Markt sich in einer Range bewegt. Bei diesem Muster muss man einfach die Hochs und die Tiefs als Begrenzungen nehmen.

Je länger der Preis in dieser Range bleibt, desto heftiger ist in der Regel der Ausbruch.

Flagge und Wimpel

Flagge und Wimpel sind sehr kurzfristige Muster zur Trendfortsetzung, die eine kurzzeitige Konsolidierung signalisieren, bevor sich die Bewegung in die vorherige Richtung fortsetzt. Diese Muster lösen sich meistens mit einer sehr großen Bewegung mit viel Volumen auf und sind sehr oft in der Mitte eines Trends zu erkennen.

Eine Flagge sieht ähnlich wie ein Rechteck aus, jedoch sind die Trendlinien bei der Flagge abfallend

Ein Wimpel ähnelt einem symmetrischen Dreieck, ist jedoch kleiner und dauert auch nicht so lange

Auch wenn Flagge und Wimpel sehr gewöhnliche Formationen im Chart sind, ist es relativ schwer, diese zu identifizieren. Wichtig bei diesen Formationen ist, dass die vorherige Bewegung ein starker Anstieg oder Abfall ist, was das Vertrauen in die Formation schwinden lassen könnte und den Trade mit zusätzlichem Risiko belasten könnte.

Muster zur Trendumkehr

Muster zur Trendumkehr zeigen die Schwäche des aktuellen Trends an und signalisieren eine mögliche Umkehr der Bewegung in die Gegenrichtung. Vergleichbar ist es mit sehr schwarzen Wolken nach einem sonnigen Tag.

Umkehrmuster, die an Hochpunkten auftreten, signalisieren eine Umkehr des Aufwärtstrends. Auf der anderen Seite zeigen Umkehrmuster an Tiefpunkten eine mögliche Änderung in einem Abwärtstrend an .

Bei der Benutzung der Preismuster kann man ebenso den minimalen/maximalen Preis berechnen, den der Kurs anlaufen könnte, nachdem die Formation vollständig ausgebildet wurde.

Kopf- und Schulter-Muster

Eine Kopf- und Schulter-Formation ist das populärste Umkehrmuster. Es besteht aus drei Preisspitzen, wobei die größte Bewegung in der Mitte zu finden ist. Diese Formation braucht noch eine Nackenlinie, welche die lokalen Tiefs der “Schultern” miteinander verbindet. Wenn der Preis die Nackenlinie durchbricht, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass ein Abwärtstrend beginnt. Um ein mögliches Kursziel zu finden, kann man den Abstand zwischen dem “Kopf” und der Nackenlinie ausmessen und diesen Abstand dann an die Ausbruchsstelle anlegen.

Jede Formation, die an den lokalen Hochs gebildet wird, kann man auf die Gegenseite spiegeln, was dann das Ende eines Abwärtstrends und das mögliche Beginnen eines neuen Aufwärtstrends signalisiert. Der Kopf und die Schultern sind dann gespiegelt nach unten, man nennt es daher eine “inverse Kopf- und Schulter-Formation”.

Schauen wir uns ein Beispiel am Markt an:

Die Kopf- und Schulter-Formation bietet ein sehr starkes Signal, speziell wenn der Preis auch durch ein vorheriges Hoch bricht. Das ist das erste Anzeichen von Schwäche, nachdem die Preise bis hin zu den nächsten Unterstützungen korrigieren und eine Aufwärtsbewegung fortsetzen.

Doppel-Hoch und Doppel-Tief

Ein weiteres Beispiel für eine Formation, inkl. dem Spiegelbild, sind die Doppel-Hochs und Doppel-Tiefs. Die Doppel-Tief-Formation ähnelt einem “W”. Wenn diese Muster im Chart zu erkennen ist, signalisiert es oft eine mögliche Umkehr. Die Preise sind mehrfach zum lokalen Tief gekommen und die Bullen haben die Kontrolle übernommen. Gespiegelt sieht das Doppel-Hoch wie ein “M” aus. Diese Formation bildet sich oft in einem Aufwärtstrend, wenn die Preise an den Hochs angekommen sind und davon durch diese Formation abprallen. Ein mögliches Kursziel in einem solchen Szenario ist der Abstand von Hoch zu Tief oder auch nahegelegene Widerstands- bzw. Unterstützungslinien.

Unser Beispiel zeigt eine Doppel-Tief-Formation in einem sehr starken Abwärtstrend. Der zweite Versuch, das Tief zu durchbrechen, hatte eine viel höhere Volatilität, was eventuell zu einer Umkehr führen kann.

Keilformationen sehen den Dreiecken sehr ähnlich, jedoch führen sie, anders als die Dreiecke, zu einer Umkehr des Trends. Rein technisch sehen sie wie ein symmetrisches Dreieck aus, bei dem die beiden Trendlinien Widerstand und Unterstützung darstellen. Für gewöhnlich sind Keile langfristige Formationen, was bedeutet, dass es lange Zeit dauert, bis sich ein Keil gebildet hat, jedoch ist die Marktbewegung nach der Auflösung oftmals sehr groß.

Es gibt zwei Arten von Keilen:

Abfallender (bullischer) Keil – ein bullisches Muster, was an den Hochs beginnt und sich dann zusammenzieht, sobald die Preise fallen (wie im unteren Chart erkennbar ist). Im Gegensatz zu symmetrischen Dreiecken haben abfallende Keile sowohl eine Neigung als auch eine Tendenz.

Aufsteigender (bärischer) Keil – ein bärisches Muster, welches an den Tiefs beginnt und sich dann mit steigenden Preisen zusammenzieht. Im Gegensatz zu symmetrischen Dreiecken, haben aufsteigende Keile eine positive Neigung.

Wie kann man die Bewegungen bei Keilen nun handeln? Wenn man eine solche Formation erkennt, wäre es schlecht, einen Trade zu platzieren, wenn der Breakout erfolgt ist. Wenn der Preis aus der Formation ausbricht und zusätzlich über/unter das letzte Hoch/Tief (abhängig von der Keilformation), wäre die Eröffnung einer Position ebenso nicht gerade günstig.

Keile sind speziell im Forex Bereich zu finden und sich auf jeder Zeiteinheit anwendbar.

Runder Boden und rundes Hoch:

Die “Untertasse” ist eine weniger bekannte Formation, hat jedoch einen relativ großen Einfluss auf den Markt. Die Untertasse ist eine Formation, die zeigt, dass ein Preis seinen Tiefpunkt erreicht hat und der Abwärtstrend beendet ist. Diese Formation suggeriert, dass es einen Neubeginn gibt und daraus ein neuer Trend entstehen kann.

Als Gegenüber zum runden Hoch ist der runde Boden. Beide Formationen signalisieren eine Trendumkehr und beide Formationen sind langfristig ausgerichtete Muster. Der einzige Unterschied ist, dass eine Untertasse gebildet wird, wenn die Preise am Tiefpunkt angekommen sind, wohingegen ein rundes Hoch über den Hochpunkten liegt.

Ein wichtiger Punkt sollte noch genannt werden. Aufgrund der langfristigen Ausrichtung dieser Formationen, ist es etwas schwerer, das genaue Signal zu erkennen. Wenn man also diese Muster handeln möchte, sollte man mit Geduld und Vorsicht an den Trade herangehen.

Nicht immer richtig, dennoch hilfreich

Auch wenn Vorhersagen keine Genauigkeit von 100% haben, sind sie dennoch sehr oft richtig. Das kann man auch bei technischen Formationen sagen. Diese sind nicht immer richtig, wenn sie jedoch im Chart auftreten, führen sie sehr oft zu einer speziellen Bewegung nach der Auflösung der Formation. Es gibt eine Menge an technischen Formationen. Manche sind besser bekannt, andere Formationen eher weniger. Allgemein kann man sagen, dass je populärer eine Formation ist, desto größer ist die Chance, dass die Formation auch gebildet wird. Wie vorher schon erwähnt, muss man sehr vorsichtig vorgehen, da das Marktverhalten sich auch unterscheiden kann, auch wenn sich eine gewisse Formation gebildet hat.

77% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Palantir-Dossier: IT der Sicherheitsbehörden – US-Anbieter auf dem Vormarsch – Teil 8

Das Portal Police-IT widmet sich ausführlich dem Themenkomplex Polizei und Informationssysteme, der für jede und jeden relevant ist, da es uns alle jederzeit und unmittelbar betreffen kann. Mit freundlicher Genehmigung der Herausgeberin und langjährigen Expertin für polizeiliche Informationssysteme, Annette Brückner, veröffentlicht RT Deutsch Teile des auf Police-IT erschienenen Dossiers zu Palantir.

Alle auf RT Deutsch erschienenen Teile des Palantir-Dossiers finden Sie hier.

Teil VIII – Wie Palantir (in den USA) mit Kunden, Daten und Rechten umgeht

In den fast zehn Jahren, in denen Palantir in den Vereinigten Staaten auch für Polizeibehörden arbeitet, konnten viele Kunden ihre Erfahrungen mit diesem Anbieter machen. Medienberichte darüber geben einen Einblick in die Charakterzüge dieser Firma, ihr Geschäftsmodell und – in Grenzen – auch in ihre Ethik im Umgang mit Kunden, Daten und Rechten. Ob sich daran grundsätzlich viel ändert, wenn jetzt auch in Good Old Germany Geschäfte gemacht werden?

Was bisher aus dem hessischen Untersuchungsausschuss nach außen gedrungen ist, lässt nicht darauf schließen: Kosten „in Millionenhöhe„, extreme Intransparenz bei der Vergabe, Unklarheiten darüber, welche Datenquellen eigentlich genutzt werden, oder eine mögliche „Backdoor“ in dem von Palantir BETRIEBENEN System Hessendata. Das alles findet sich auch schon in den Medien in den USA über den Einsatz von Palantir-Software bei US-amerikanischen Polizeibehörden. Dass sich daran nichts ändert, wenn Palantir in Deutschland tätig wird, dafür spricht auch die Personalunion. Denn der CEO der amerikanischen Mutter, Dr. Alex Karp, hat in Frankfurt promoviert und ist auch Geschäftsführer der deutschen Niederlassung.

Aktuelle Produkte und Preise von Palantir

Die folgenden Angaben stammen aus einer Übersicht von Produkten, Konditionen und Preisen, die Palantir per 27.09.2020 mit der US-amerikanischen General Services Administration (GSA) vereinbart hat.

Die GSA ähnelt dem Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern in Deutschland. Hier wie dort werden zwischen Anbietern und diesem Amt Rahmenvereinbarungen getroffen, innerhalb derer die angeschlossenen Behörden dann Einzelverträge abschließen können.

Palantir verwendet ein ziemlich altes Geschäftsmodell, das Rockefeller zugeschrieben wird. Dieser kurbelte damit den Absatz von Lampenöl an. Später kamen die Hersteller von (nicht elektrischen) Rasierapparaten auf die gleiche Idee. Das Konzept ist in beiden Fällen das gleiche: Verkaufe dem Kunden ein Basisgerät, wie die Öl-Lampe oder den Rasier-Apparat und verdiene danach, zeitlich nahezu unbegrenzt, am Verkauf von Lampenöl oder Rasierblättern.

Softwarelizenzen als Basisausstattung

Übertragen auf Palantir bedeutet das: Anfangs sind die Nutzungsrechte an der Gotham-Software zu erwerben. Diese werden nach „Server-Cores“ abgerechnet, also pro CPU-Board eine Lizenz. Sie haben – jedenfalls nach der aktuellen GSA-Preisliste – einen ziemlich überschaubaren Preis:

  • 141.000 US-Dollar für jede Gotham-Lizenz für jeden Server-Core bzw.
  • rund 151.000 US-Dollar, wenn zusätzlich auch noch die Server-Hardware bei Palantir gekauft wird.

Je mehr Daten, desto mehr Softwarelizenzen/Server-Cores werden gebraucht

Was bei den Öllampen das Öl ist, sind bei Palantir die Daten: Je mehr Daten aus externen Quellen integriert werden sollen, desto größer wird der Hunger nach weiteren Server-Cores. Sonst wäre ja auch nicht zu erklären, dass die Oppositionsparteien im hessischen Landtag nach Einsicht in die Vertragsunterlagen zu der Aussage kamen, dass das Land Hessen für Palantir Kosten „in Millionenhöhe“ aufwendet. Das muss also schon eine ganz schön „fette“ Server-Ausstattung sein. Oder Palantir berechnet für deutsche Behördenkunden ganz andere Preise als in den USA.

Falls Sie jetzt fragen, warum immer mehr Daten eingefüttert werden: Das ist eine Erfahrung, die sich wie ein roter Faden durch diverse Berichte über den Einsatz von Palantir in US-amerikanischen Polizeibehörden zieht. Das System wird angeblich umso effektiver und nützlicher, je mehr Daten darin zusammengeführt und gespeichert werden. Was zur Folge hat, dass auch immer mehr Datenquellen sukzessive integriert werden. Was wiederum zur Folge hat, dass mehr Server bzw. Server-Cores gekauft und damit auch die jährlichen Pflegegebühren wachsen. Denn die müssen pro Server-Core bezahlt werden. Weiter unten im Text folgt ein Beispiel, wie es beim Joint Intelligence Information Center in Los Angeles innerhalb weniger Jahre zu einem immensen Aufwuchs von Daten kam.

Schulungen für Nutzer und Systembetreuer, vor allem in der Einführungsphase

Schulungen für Nutzer und Systembetreuer werden pro Teilnehmer und Kurs berechnet. Für einen vierstündigen „Quickstart“ sind 194 US-Dollar fällig, für ein eintägiges „Bootcamp“ 961 US-Dollar, bzw. 1.549 US-Dollar für einen eintägigen Workshop und 2.506 US-Dollar für einen dreitägigen Kurs für Entwickler und Integratoren.

Pro Server-Core-Lizenz und Jahr wird ferner eine pauschale Gebühr für die Softwarepflege fällig. Palantir bezeichnet dies als „Software Maintenance as a Service“. Sie kostet nach der aktuellen US-amerikanischen Preisliste:

  • 28.203 US-Dollar bzw.
  • 37.754 US-Dollar, wenn Palantir auch die Hardware geliefert hat und wartet.

Palantir verpflichtet sich dafür im Gegenzug zur Lieferung von Fehlerkorrekturen in Form von Patches oder Software-Updates/Upgrades, um die „allgemeine Funktionsfähigkeit und Nutzbarkeit“ der Softwareprodukte aufrechtzuerhalten (was im Zweifelsfall ein Anlass für treffliche Debatten zwischen Kunden und Palantir sein kann, jedoch nicht unbedingt zur Fehlerkorrektur führen muss).

Ferner gehören zu diesen Softwarepflege-Leistungen Informations- und Kommunikationsangebote im Web, wie Blogs, Diskussionsforen, Online-Hilfe-Bibliotheken, FAQs, sowie in begrenztem Umfang genereller technischer Support, elektronisch oder via E-Mail, mit deren Hilfe der Nutzer „Probleme selbst diagnostizieren“ kann.

Wir stellen uns vor, welche Freude bei Systemadministratoren in einer deutschen Polizeibehörde aufkommt, wenn das System nicht tut, was der Betreiber erwartet, und nach Stunden oder Tagen Hilfe zur Selbstdiagnose – auf englisch – via E-Mail eintrudelt. Denn die Responsezeiten, das wurde über einen anderen Palantir-Polizeikunden in den USA berichtet, konnten in der Vergangenheit schon mal ein paar Wochen lang sein.

Die Gewährleistungsfrist für die Palantir-Software, wie sie in der GSA-Preisliste ausgewiesen ist, beträgt nur 90 Tage. In Deutschland sind in den behördenüblichen EVB-IT-Verträgen mindestens 12 Monate üblich. Denn in den ersten drei Monaten wird ein solches System erst einmal installiert und kundenspezifisch eingerichtet, auch werden die ersten Anwender und Systembetreuer geschult. Ob ein Systemverhalten tatsächlich ein SoftwareFEHLER ist, der einen Mängelbeseitigungsanspruch nach sich zieht, ist erfahrungsgemäß in dieser Phase nicht festzustellen. 90 Tage wären daher viel zu kurz.

Kundenspezifische Dienstleistungen

Alle anderen Leistungen sind kundenspezifische Dienstleistungen, die gesondert zu beauftragen und abzurechnen sind.

Abrechnung nach Zeitaufwand

In der GSA-Preisliste sind dafür Stundensätze, je nach Mitarbeiterqualifikation, zwischen 147 und 342 US-Dollar ausgewiesen. In Berichten über Kundeneinsätze, z. B. bei JPMorgan, ist von durchschnittlichen Kosten von 3.000 US-Dollar pro Manntag die Rede.

Was sind typische kundenspezifische Dienstleistungen?

Als kundenspezifische Dienstleistungen gelten:

  • Initialer Support bei der Installation und Inbetriebnahme
  • Einrichtung des kundenspezifischen (sic!) logischen Informationsmodells (es definiert, welche Informationsobjekt-Typen, welche Beziehungstypen und welche Attributtypen verwendet werden)
  • Einrichtung der beim Kunden vorhandenen Kataloge, wie z. B. für Attributbegriffe (etwa die relevanten Straftaten, Art der polizeilichen Maßnahmen, Ortsnamen, feststehende Begriffe für Geschlecht, Haar- oder Augenfarbe), für die Dienststellenstruktur sowie die Stammdaten für alle vorgesehenen Nutzer
  • Integration der anzubindenden Datenquellen durch Implementierung von Schnittstellen oder Import-Routinen
  • Umsetzung von kundenspezifischen Analyse- und Auswertungsanforderungen

Palantir-Ingenieure auf vorgeschobenem Posten: die Foreward Deployed Engineers (FDE)

Palantir setzt für Dienstleistungen direkt beim oder für den Kunden so genannte „Foreward Deployed Engineers“ (FDE) ein. Der Begriff „foreward deployed“ stammt eigentlich aus dem militärischen Sprachgebrauch und steht für den Einsatz auf vorgeschobenem Posten.

Ein ehemaliger Foreward Deployed Engineer (FDE) von Palantir schrieb dazu in einem Blog: „Sie [FDEs] kümmern sich um alles, was diesem speziellen Kunden dazu verhilft, den größtmöglichen Wert aus seinen Daten zu ziehen. (…) In der Rolle als FDE entwickelst Du Dinge Hals über Kopf. Irgendein Hack [= Stück Software], das es JETZT tut, ist besser als eine saubere Lösung nach ein paar Monaten. Du probierst herum und findest heraus, was am besten funktioniert.“ Von den rund 2.000 Palantir-Mitarbeitern weltweit sollen rund die Hälfte solche vorgeschobenen Dienstleistungen beim bzw. für den einzelnen Kunden erbringen.

Eine solche Form der „Software-Pflege“ – der schnelle Hack, „Hauptsache es läuft (zur Zeit)“ – führt in der Zukunft erfahrungsgemäß zu erheblichen Schwierigkeiten. Kaum getestet, nicht mit anderen Komponenten integriert, nicht auf Seiteneffekte geprüft und meist undokumentiert, resultieren daraus die Probleme, die bei einem späteren Code Review zum Ergebnis führen, dass das System immer unwartbarer wird.

Ausufernde Kosten, jedenfalls aus Sicht des Kunden, haben schon mehrere Kunden von Palantir in den Vereinigten Staaten dazu bewogen, die Zusammenarbeit zu beenden. So jüngst auch das New York Police Department (NYPD), das den Vertrag mit Palantir zu Ende Juni 2020 beendet hat. Diese Behörde hatte bis 2020 an Palantir jährliche Rechnungen in Höhe von 3,5 Millionen US-Dollar bezahlt und sich dann dazu entschlossen, einen Ersatz für das Palantir-System auf der Basis von IBM-Standardkomponenten selbst zu entwickeln. Das neue System – es heißt COBALT – ist nach Angaben aus dem NYPD billiger und benutzerfreundlicher und gibt der Behörde wesentlich mehr Kontrolle über ihr eigenes System. Auch Home Depot, eine sehr große US-amerikanische Baumarktkette, hatte wegen der hohen Kosten für das Palantir-System seinen Vertrag im Jahr 2020 gekündigt.

Ähnliche Klagen gab es auch von Polizeibehörden an der Westküste. Vier große Organisationen, das Los Angeles Police Department (LAPD), das Los Angeles Sheriff Department (LASD), das Long Beach Police Department (LBPD) und das Joint Regional Intelligence Center (JRIC) in Los Angeles verlangten 2020 eine Besprechung mit Palantir, bei der es um die Preisstruktur, die Service Level Agreements und den Zugriff auf die Daten gehen sollte. Dieses Treffen fand im Juli 2020 statt, hatte allerdings offensichtlich nicht den erhofften Erfolg. Denn ein Jahr später gaben allein diese vier Behörden zusammen um die 15 Millionen Dollar für Palantir aus. Das war der höchste Jahreswert, den diese vier jemals erreichten.

Dienstleistungen als Wachstumsbremse für Palantir

Der hohe Anteil von Erlösen aus solchen Dienstleistungen wird von Fachleuten als Wachstumsbremse angesehen. Denn Palantir kann die Verkäufe im Polizeimarkt nur in dem Umfang steigern, in dem es auch im jeweils benötigten Zeitraum entsprechende Dienstleistungen zur Verfügung stellen kann. Diese sind jedoch abhängig von der Verfügbarkeit von qualifizierten und trainierten Mitarbeitern. Und solche sind nicht beliebig zu vermehren. In der starken Abhängigkeit von den kundenspezifischen Dienstleistungen liegt also ein Risiko für das weitere Wachstum von Palantir, gerade in einer Zeit, in der die Firma einen Börsengang vorbereitet.

Es gibt Anzeichen dafür – etwa aus dem inneren Führungskreis – und es ist auch nur plausibel, dass Palantir aus geschäftlichen Gründen bestrebt sein muss, den Anteil an kundenspezifischen Dienstleistungen zu reduzieren. Das kann vor allem dadurch geschehen, dass immer mehr auf Standardroutinen (z. B. für den Import von Daten) und auf Standardauswertungen gesetzt wird. Dies läuft auf eine Automatisierung der kriminalistischen Analyse und Auswertung hinaus und ist damit das Gegenteil von dem, was sich die Entscheider aus der kriminalpolizeilichen Fachlichkeit wünschen. Hinzu kommt: Ob standardisierte Auswertungen bei einem Einsatz in fachlich unterschiedlichen Kriminalitätsbereichen – von Falschgeld über Kinderpornografie bis politisch motivierte Kriminalität – tatsächlich gute, geschweige denn bessere Ergebnisse als bisher liefern werden, bleibt abzuwarten.

Umgang mit Daten, Eigentum an Daten

Nach den Anschlägen vom September 2001 wurden in den USA auf Betreiben des Departments of Homeland Security sogenannte Fusion Centers eingerichtet. Es handelt sich um Einrichtungen, die behördenübergreifend Informationen über mögliche Gefährdungen und Gefährder sammeln und dazu von den Sicherheitsbehörden auf lokaler, regionaler, Bundeslands- und Bundesebene mit entsprechenden Informationen versorgt werden. Nachvollziehbar ist bei dieser Aufgabenstellung zweierlei:

  1. In den Fusion Centers müssen Informationen aus ganz unterschiedlichen Datenbanken bzw. Datenquellen verarbeitet werden. Diese weisen unterschiedliche Datenbankstrukturen und Datenformate auf.
  2. Je intensiver der so entstehende zentrale Schmelztiegel für Informationen, sprich also das Palantir-System, genutzt wird, desto größer wird der Appetit nach noch mehr Daten aus anderen Quellen.

„Je mehr Daten, desto besser“ – am Beispiel des JRIC

Geradezu typisch ist der Aufwuchs mit immer mehr Datenquellen für das System des Joint Regional Intelligence Center (JRIC) in Los Angeles beschrieben. Dieses Fusion Center ist regional zuständig für die Metropolregion von Greater Los Angeles.

1) In einem ersten Schritt werden die Datenbanken integriert, auf die die Polizei direkten Zugriff hat. Das wären, auf deutsche Verhältnisse übertragen, INPOL-Z als das zentrale Sach- und Personenfahndungs- und Auskunftssystem, ggf. relevante Datenbanken des kriminalpolizeilichen Meldedienstes (KPMD) für spezifische Deliktsbereiche, wie z. B. innere Sicherheit, politisch motivierte Kriminalität oder organisierte Kriminalität, sowie das jeweils behörden-eigene Vorgangsbearbeitungssystem (in Hessen ComVor) und Fallbearbeitungssystem (in Hessen wohl noch CRIME).

2) Dieser Anfangsausbau war, zumindest beim JRIC, allerdings nur die Spitze des Eisbergs: Palantir schuf in der Folge Zugriffsmöglichkeiten auf ein ganzes Universum an Datenbanken, die normalerweise für die allgemeine Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. In Deutschland würde man hier insbesondere denken an das Ausländerzentralregister (AZR), an ZEVIS, das zentrale Verkehrsinformationssystem des Kraftfahrt-Bundesamtes oder an das Melderegister, das Waffenregister oder das Personalausweisregister.
Genaue Angaben darüber, welche Datenquellen in einem Palantir-System eigentlich genutzt werden, gibt es übrigens weder für die Installationen in Amerika und bis jetzt auch nicht für Palantir/Hessendata.

3) Beim JRIC ging es dann weiter mit Millionen von Informationen aus dem System, in dem die Anrufe bei der 911-Notrufnummer (in Deutschland: 110) und deren Bearbeitung erfasst werden. Hinzu kam ferner noch die Datenbank darüber, welcher Polizeibeamte in welcher Polizeidienststelle an welchem Tag und in welcher Schicht Dienst hatte.

4) Ein Jahr später kamen dann Datenbanken von den regionalen Kriminaldienststellen hinzu. Dazu gehörten insbesondere Anhaltemeldungen und sogenannte „field interviews“. Das sind Protokolle über Gespräche von Polizeibeamten mit Personen, die als gefährdet eingestuft werden. Sie enthalten Name, Adresse, aktuelles Fahrzeug, derzeitige Freundin, Tätowierungen und liefern so bei systematischer Speicherung und Erschließung eine sehr gute Basis für aktuelle Erkenntnisse über kriminelle Banden und deren Mitglieder. In Deutschland wäre ähnliches möglich mit standardisierten und systematisch elektronisch gespeicherten Anhaltemeldungen bzw. Gefährder-Ansprachen.

5) 2020 wurde dann das California Law Enforcement Telecommunications System (CLETS) integriert, ein vernetztes Informationssystem für die Sicherheitsbehörden in Kalifornien. Darin sind unter anderem die Kriminalakten gespeichert, das Führerscheinregister (in Deutschland vergleichbar mit dem sogenannten „Punkte-Register“ beim Kraftfahrt-Bundesamt) und das zentrale Fahrzeugregister. Mit der Integration dieser Datenbanken wurde endgültig die Grenze überschritten hin zu Informationssystemen, in denen Informationen über Millionen von Bürgern gespeichert sind, die überhaupt nichts mehr mit der Polizei zu tun hatten und haben.

6) Nach der Integration des CLETS gingen dann die Schleusen auf: 2020 integrierte Palantir die Daten aus den großzügig im Bundesstaat verteilten Kennzeichen-Lesesystemen. Ferner eine Kopie der Datenbanken über Verkehrsverstöße und es schuf eine Verbindung zu der FBI-Datenbank über Ereignisse mit Terrorismusbezug.

7) Bis 2020 erweiterte Palantir dann die Möglichkeit, um in diesem gigantischen Datenbestand gezielt nach Personennamen, Kfz-Kennzeichen, Schlüsselworten, nach Adressangaben und sogar nach Tätowierungen zu suchen.

8) 2020 wurde das System in insgesamt 25 dem JRIC zugeordneten Dienststellen genutzt und zwar von rund 5.500 Nutzern. Bis 2020 hatte sich die Zahl der Nutzer dann schon mehr als verdoppelt, auf rund 12.000 Nutzer.

Das New York Police Department machte nach seiner Kündigung der Zusammenarbeit mit Palantir eine unangenehme Feststellung. Es kam nämlich zu einer Debatte mit Palantir darüber, wer eigentlich Eigentümer der Analyse-Ergebnisse ist, die mit dem Palantir-System produziert wurden. Wohl gemerkt: Es geht hier nicht um die DATEN, die das NYPD in das System eingespeist hat, sondern um die Analyse-ERGEBNISSE, die das Palantir-System daraus gewonnen hat. Das sind zum Beispiel Auswertungen über das Netzwerk, dem ein bestimmtes Bandenmitglied angehört. Oder über Bewegungen auf Strecken und zu Anlaufadressen, die ein beobachtetes Fahrzeug in einem gewissen Zeitraum zurückgelegt hat. Das NYPD jedenfalls bat Palantir im Februar 2020 um eine Kopie (sic!) dieser Analyse-Ergebnisse. So berichten es jedenfalls Personen, die mit dieser Angelegenheit vertraut sind. Doch nachdem die Firma dann im Mai eine entsprechende Datei zur Verfügung gestellt hatte, weigerte sie sich, auch ein Verfahren mitzuteilen, mit dem die darin angeblich enthaltenen Analyse-Ergebnisse in das neue System – COBALT – des NYPD transformiert werden könnten. Und zwar mit dem Verweis darauf, dass damit die intellectual property, also Geschäftsgeheimnisse von Palantir, offengelegt werden würden.

Das NYPD bat Palantir daraufhin, die Analyseergebnisse selbst in ein migrierfähiges Format zu überführen. Palantir lieferte dann im Juni eine Datei, die tatsächlich lesbar war. Doch bei der näheren Untersuchung durch das NYPD stellte sich heraus, dass diese Datei lediglich die OriginalDATEN enthielt, die beim NYPD eingespeist worden waren. Die Analyseergebnisse schienen jedoch nach wie vor zu fehlen. Der Vertrag zwischen NYPD und Palantir lief dann Ende Juni 2020 aus. Der Behörde verblieb auch nach Vertragsende die Möglichkeit, „ihr“ Palantir-System weiterhin zu benutzen und somit auch die entsprechenden Analyse-Ergebnisse weiterhin anzusehen. Wenn es jedoch nicht möglich ist, die „alten“ Analyse-Ergbnisse aus dem bisher genutzten Palantir-System im neuen System – COBALT – zu ergänzen, ggf. auch zu korrigieren und zu erweitern, müssen für jede einzelne Auswertung ZWEI SYSTEME befragt werden. Und das ist ein erheblicher zusätzlicher Zeitaufwand.

Daten mit anderen teilen – geht nur, wenn die auch „Palantir“ benutzen

Palantir verkauft seine Technologie an Polizeibehörden mit dem Versprechen, dass es Datensilos aufbricht, Datenbanken miteinander verbindet und die Möglichkeit schafft, dass Behörden aus unterschiedlichen Gesetzgebungen (Polizeigesetze!) Daten miteinander teilen, um so jedermann Zeit und Ressourcen zu sparen. Dieses Versprechen ist jedoch mit einem großen Pferdefuß versehen: Man bekommt diesen Vorteil nicht, solange nicht andere Behörden ebenfalls Palantir benutzen.

Das Central California Intelligence Center (CICC) in Sacramento musste dies auf schmerzliche Weise erfahren, als es Daten mit der lokalen Polizeibehörde und anderen Fusion Centers austauschen wollte. Denn Schnittstellen für den Datenaustausch existierten nicht. Datenaustauschverfahren existierten auch nicht. Alle anderen Fusion Centers in Kalifornien benutzten Palantir-Systeme. Die einzige Möglichkeit, um mit diesen Centers Informationen zu teilen, bestand demnach darin, ebenfalls ein Palantir-System zu kaufen.

Auch diese Erfahrung ist in deutschen Polizeibehörden nicht neu. Seit ca. 2005 haben sich zwei Drittel der Polizeibehörden der Bundesländer und die beiden Polizeibehörden des Bundes auf Fallbearbeitungssysteme auf der Basis von RS-Case der Firma Rola Security Solutions angeschafft. Dies geschah in der ebenso ungeprüften wie unerschütterlichen Annahme, dass man schon Daten austauschen kann, wenn alle das gleiche System benutzen. Eine ähnliche Annahme lag dem Fiasko mit INPOL-Fall als Systemplattform für die kriminalpolizeilichen Meldedienste und Sondermeldedienste zugrunde. In beiden Fällen lag der Fehler NICHT darin, auf das gleiche System zu setzen. Sondern vielmehr darin, dass man den einzelnen Betreiber-Behörden (oder im Falle von INPOL-Fall den zuständigen Fachgruppen) erlaubt hat, dass in jedem einzelnen Fall ein spezifisches logisches Informationsmodell entwickelt und eingesetzt wurde. Peinlich war, insbesondere im Fall von INPOL-Fall, dass die so hoch-kompetente Projekt-Führungsriege im BKA das Problem noch nicht einmal richtig erkannt hatte, geschweige denn rechtzeitig gegengesteuert hat. Jahre später beklagte sich der IT-Direktor des BKA in einem Gespräch mit mir darüber, dass „wir jetzt 150 verschiedene Datenbanken“ haben. Leider versäumte man auch danach noch, die richtigen Schlussfolgerungen für den nächsten Ansatz einer Systementwicklung zum Teilen von Informationen zu ziehen. Diese erhielt den Namen PIAV – Polizeilicher Informations- und Analyseverbund. Und auch da gibt es wieder fachspezifische Varianten des logischen Informationsmodells, genannt „PIAV-Cluster“.

Es kann einem nur Angst und Bange werden. Denn die Frage nach der Ursache für das Scheitern bei der Entwicklung von IT-Systemen für deutsche Polizeibehörden wurde bisher weder gestellt noch beantwortet. Doch jetzt soll auf der Schnellspur und getragen von einer vieles versprechenden und hohe Rechnungen stellenden US-amerikanischen Firma, die ihrerseits unter Erfolgsdruck steht, ein Problem gelöst werden, dessen Wichtigkeit für das bisherige Scheitern noch immer nicht erkannt wurde. Damit wird wahrscheinlich, dass ein und derselbe Fehler nun zum dritten Mal gemacht wird!

Daten mit Tauschwert

In den USA haben nicht-polizeiliche Datenbanken eine lange Tradition. Diese enthalten Informationen über den normalen Bürger, sein Einkaufsverhalten, seine Kreditwürdigkeit, sein Immobilieneigentum, eventuelle Ordnungswidrigkeiten und Vorstrafen, und natürlich Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Wohnanschriften. ACCURINT ist ein solches System, das nach Angaben seines Anbieters LexisNexis aktuell 65 Milliarden Datensätze enthält. 2020 bemühte sich die Firma Palantir um ein Projekt mit der Polizei von New Orleans, eine Metropole im Südosten der Vereinigten Staaten, die nicht nur durch den Hurrican Katrina und seine Folgen stark in Mitleidenschaft gezogen war, sondern im Jahr 2020 auch die sechsthöchste Rate an Mordfällen in den Vereinigten Staaten aufwies.

New Orleans war nicht der einzige Fall, in dem die Beschaffung eines Palantir-Systems auf den üblichen, offiziellen und kontrollierbaren Wegen vermieden wurde. Ähnlich lief es auch beim Los Angeles Police Department. Die Zusammenarbeit zwischen Palantir und dem New Orleans Police Department (NOPD) begann 2020 und wurde von der Firma als „philanthropische Beziehung“ dargestellt. Getreu dem Motto „eine Hand wäscht die andere“ hatte allerdings auch Palantir seinen Nutzen aus dieser Projekt-Beziehung. Im Januar 2020 gestattete New Orleans nämlich der Firma, das Nutzerkonto der Stadt bei der ACCURINT-Datenbank zu benutzen. Palantir konnte also bei Bedarf auch in dieser Datenbank Abfragen durchführen über Personen, Fahrzeuge, Adressen etc., die im Rahmen einer Analyse und Auswertung auffällig wurden (wie bereits in Teil V dargestellt, werden solche Abfragen in externen Informationssystemen heute in die Revisioning Database von Gotham übernommen).

Dieses Vorgehen ist nicht nur rechtlich, sondern auch fachlich fragwürdig. Denn ein solcher Auszug aus einer Datenbank wie ACCURINT ist eine Momentaufnahme, von der niemand sagen kann, ob die darin enthaltenen Details zum Zeitpunkt der Analyse und Auswertung noch richtig, vollständig und aktuell sind. Solche Daten aus ungeklärten Quellen von fragwürdiger Relevanz und von ungesicherter Qualität zur Grundlage von kriminalistischen Auswertungen zu machen, führt im harmlosen Fall „nur“ zu Auswertungen mit geringer Aussagekraft und in schlimmeren Fällen zu völlig falschen Annahmen.

Wie The Verge im März 2020 berichtete, hat auch das New Orleans Police Department inzwischen seinen Vertrag mit Palantir beendet.

Intransparenz ist ein ganz wesentliches Merkmal der Analyseplattformen von Palantir für die Polizei. Nicht nur bei den Vergabeverfahren, bei denen häufig die gesetzlichen Vorgaben mit nicht überprüfbaren Behauptungen „kreativ“ umgangen werden. Sondern auch Intransparenz darüber, welche Quellsysteme eigentlich benutzt werden und woher die Daten stammen, die auf der Palantir-Analyseplattform ausgewertet werden. Das hat sich ja, trotz der noch kurzen Laufzeit des Systems in Hessen, auch dort schon bestätigt (siehe Teil II und Teil III).

Wired verweist in diesem Zusammenhang auf eine Merkwürdigkeit: Die Ergebnisse der Analyse und Auswertung, die das Palantir-System produziert, finden sich eigentlich nie in den entsprechenden Anklageschriften wieder. Die Strafverfolgungsbehörden versuchen hier unter dem Radar zu bleiben. Vermutlich deshalb, weil sie die Furcht haben, dass Strafverteidiger und auch Richter wissen möchten, woher bestimmte „Erkenntnisse“ eigentlich stammen. Und vermutlich auch deswegen, weil sie sich nicht ins Handwerkszeug schauen lassen möchten, d. h., nicht zu erkennen geben möchten, mit welchen unterschiedlichen Datenquellen hier eigentlich gearbeitet wird.

Palantir, Bürgerrechte und Datenschutz

Palantir selbst gibt sich als das harmlose Lamm. Geworben wird damit, dass Datenschutz und der Schutz von Bürgerrechten sozusagen im System eingebaut seien. Beobachter sehen die Nutzungsmöglichkeit und die tatsächliche Nutzung des Systems allerdings wesentlich kritischer. Daher gibt es zum Beispiel in Kalifornien auch schon Bestrebungen, dass die Aufsicht und Kontrolle solch einzigartig leistungsfähiger Systeme, wie das von Palantir, gesetzgeberisch geregelt werden müssten. Verlangt werden unter anderem Transparenzberichte, Kontrolle und vorherige Genehmigung durch öffentliche Gremien, Berichte darüber, welche Daten verwendet werden, sowie Berichte über Missbrauch und darüber, wie viele Fälle bzw. Vorgänge durch das System tatsächlich aufgeklärt und abgeschlossen werden konnten.

Erfolgreiche Klage gegen die ausufernde Datennutzung

Im Sommer 2020 haben die amerikanische Nicht-Regierungsorganisationen Electronic Frontier Foundation (EFF) und die American Civil Liberties Union (ACLU) gemeinsam beim Obersten Gericht von Kalifornien ein Urteil gegen die oben beschriebene ausufernde Nutzung der Daten von Kennzeichen-Lesesystemen erwirkt. Das Gericht entschied, dass das (anlasslose) Sammeln von Daten über Millionen von Fahrern, die sich an Recht und Gesetz halten, nicht „Informationen im Rahmen einer Ermittlung“ sein können. Auch die „reine Spekulation der Polizei“ über die möglichen Schäden durch die Offenlegung solcher Überwachungspraktiken könne das große Interesse der Gesellschaft an Einsicht in solchen Verfahren nicht überwiegen.

Doch so positiv diese Entscheidung auch ist, Datenschutz und Bürgerrechte gegen ausufernde Überwachungspraktiken werden immer den Kürzeren ziehen, solange die Polizeibehörden als Betreiber und der Anbieter gemeinsam eisern Stillschweigen darüber bewahren, welche Datenquellen eigentlich herangezogen werden. Denn selbst wenn sich ein Kläger fände, wüsste der nicht substantiiert zu benennen, wogegen eigentlich geklagt wird. Dann erst könnte er ein Klageverfahren anstrengen und in letzter Instanz auch gewinnen. Darüber vergehen Jahre, in denen die Polizei auf der Basis solcher Gesetze ausufernde Überwachung betreiben kann. Was ja im Bundesinnenministerium bestens bekannt ist, wie die Gesetzgebung zur Vorratsdatenspeicherung, das BKA-Gesetz oder das BfV-Gesetz belegen.

Aktuelle Gesetzgebung zum Polizei- und Ordnungsrecht schafft Vorkehrungen zum Einsatz von Big Data in der Polizeiarbeit

In Deutschland ist ein weiteres Phänomen zu beobachten. Anders als bei der technischen Entwicklung ihrer polizeilichen Informationssysteme sind der Bund und die Länder bei ihrer Gesetzgebung zur inneren Sicherheit sehr proaktiv:

  • Das beweist die im Hinblick auf Palantir aufgenommene Vorkehrung in §25a des neu überarbeiteten Hessischen Polizeigesetzes (siehe Teil II und Teil III).
  • Und auch die in den letzten Tagen aufgeflammte Diskussion über die vorgesehene Änderung am Straßenverkehrsgesetz: Um Einfahrkontrollen für alte Diesel-Fahrzeuge in mit Fahrverboten belegte städtische Gebiete zu kontrollieren, will Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) anlasslos, und in den betroffenen Gebieten flächendeckend, Kennzeichen-Lesesysteme einsetzen. Anschließend sollen alle erfassten Fahrzeuge mit einer Fahrzeug-Datenbank beim Kraftfahrt-Bundesamt abgeglichen werden, um so die Ordnungswidrigkeit des Einfahrens feststellen und ahnden zu können. Eine Maßnahme, die nicht nur die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger als völlig unverhältnismäßig ansieht, sondern inzwischen auch der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages.

Dennoch zeigen die anstehenden Gesetzesänderungen auf breiter Front bei den Polizei- und Ordnungsgesetzen und der Vorstoß von Scheuer zur Einführung einer „Vorratsdatenspeicherung für Autofahrer“ durch die Hintertür, wes Geistes Kind so manches Regierungsmitglied ist.

Persönliche Schlussbemerkung

Ich habe in meinem bisherigen Berufsleben sowohl jahrzehntelang mit deutschen Polizeibehörden zusammen gearbeitet als auch mit Polizeibehörden in den Vereinigten Staaten und auch mit solchen oben beschriebenen Fusion Centers zu tun gehabt. Auf der Basis dieser Erfahrungen erlaube ich mir die Einschätzung, dass der Entwicklungsstand von polizeilichen Informationssystemen in Deutschland um Lichtjahre hinter dem in den USA zurückliegt.

Fehlende Ausbildung und „Kultur“ in Deutschland für Intelligence Analysis

Das betrifft nicht nur die technischen Leistungsmerkmale. Es betrifft vor allem auch die technische, wie auch die fachliche Kompetenz – hier insbesondere Kompetenz in Fragen der Intelligence Analysis, wofür eine systematische Ausbildung von jungen Polizeibeamten in Deutschland überhaupt nicht vorgesehen ist. Im Glücksfall kann ein Aspirant nach mehrjähriger kriminalistischer Tätigkeit einen Platz an einem wenige Tage dauernden Seminar ergattern, etwa über „Operative Fallanalyse“ beim Bundeskriminalamt. Für ein ganzes Bundesland waren vor wenigen Jahren genau zwei Plätze pro Jahr zu vergeben. Das macht deutlich, dass systematische Ausbildung auf dem Gebiet von kriminalistischer Analyse und Auswertung in der deutschen Kriminalpolizei nicht existiert.

Die politischen Entscheider scheinen zu glauben, dass sich jahrzehntelange Fehlentwicklungen und Versäumnisse dadurch lösen lassen, dass man mit viel Geld nach einem viel versprechenden Heilsbringer wirft und das Ganze mit der Aura des Geheimnisvollen umgibt. Doch fehlende kriminalistische Expertise und Intelligence Know-How kann eben NICHT durch einen Automaten ersetzt werden, der vor allem darin brilliert, riesige Heuhaufen an Informationen zu durchwühlen, Objekte auszuweisen, die – zufällig oder auch nicht – gleich heißen oder – zufällig oder durch was auch immer – vom Automaten miteinander in Beziehung gesetzt wurden und daraus dann hübsche, EINFACH ZU VERSTEHENDE Bilder zu produzieren.

Fehlentscheidungen von zwei Jahrzenten bei der IT-Entwicklung für Polizeibehörden können nicht auf der Überholspur ungeschehen gemacht werden

Auf dem Gebiet der technischen Entwicklung, des Ausbaus und der Vernetzung der polizeilichen Informationssysteme des Bundes und der Länder wurde seit mindestens fünfzehn Jahren schlichtweg geschlafen. Zigtausende von Manntagen, in denen die Vertreter aus allen Landesbehörden und der Bundesbehörden sich zusammensetzen, um über so entscheidende Fragen zu beraten, wie, welche Katalogbegriffe in die nächstjährige Fassung der kriminalpolizeilichen Richtlinie für politisch motivierte Kriminalität (KpS-PMK) aufgenommen werden müssen, sind eine grandiose Verschwendung von Kapazitäten und Ressourcen. Es kommt auch kein adäquater Gegenwert heraus, wenn, wie es aktuell durch das Bundesministerium des Innern wieder geschieht, 200.000 (in Worten: zweihunderttausend) Manntage für die Unterstützung beim Projektmanagement an externe Firmen beauftragt werden. Was das polizeiliche Informationswesen in Deutschland weiterbringen würde, wären technische und kriminalistisch-fachliche Kompetenz und nicht Unterstützung bei PROJEKTMANAGEMENT durch Berater von Drittfirmen, die in der Mehrzahl noch nie eine Polizeidienststelle von innen gesehen haben und entsprechende Qualifikationen auch gar nicht mitbringen müssen.

In dieser Situation, und mit dem bei jedem Terroranschlag steigenden Erwartungs- und Erfolgsdruck, der auf Innenministern und polizeilichen Entscheidern in Deutschland inzwischen lastet, ist es naheliegend, sich jetzt auf die Schnellspur zu begeben. Nichts scheint doch einfacher zu sein, als die Versäumnisse seit der Jahrtausendwende dadurch vergessen zu machen, dass man ein installationsfertiges System einkauft. Schließlich hat man auch die fähigsten Fachleute zur Beurteilung eines solchen Systems, nämlich den Innenminister selbst und den Landespolizeipräsidenten – gerüchteweise auch noch einen regionalen Polizeipräsidenten im Schlepptau –, ins Silicon Valley zu Palantir fliegen lassen. Die sich dann in Palo Alto bei Palantir bei einer Vorführung von den herausragenden Leistungsmerkmalen dieses Systems umfassend überzeugten. Das und die „Erfolgsstories“ aus US-amerikanischen Polizeibehörden – die ja so eindeutig überzeugend gar nicht sind, wie oben dargestellt ist – genügten, um die Beschaffung auch für die Landespolizei in Hessen zu rechtfertigen.

Diesen Artikel finden Sie im Original auf POLICE-IT.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Beste Broker fur Binare Optionen 2020:
  • Binarium
    Binarium

    Der beste Broker fur binare Optionen fur 2020!
    Ideal fur Anfanger!
    Kostenloser Unterricht!

  • FinMax
    FinMax

    2 Platz in der Rangliste! Zuverlassiger Broker.

Binäre Optionen: So wählen Sie einen Broker aus
Schreibe einen Kommentar

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!: